Rückenschmerzen
Verstehen und gezielt behandeln
Ein Blick auf Ursachen und Therapieoptionen
Rückenschmerzen sind eine weit verbreitete Herausforderung, die Menschen aller Altersgruppen betrifft. Ihre Ursachen können vielfältig sein. Akut oder chronisch entzündliche, sowie tumoröse Auslöser sind zum Glück selten.
Sehr viel häufiger werden Schmerzen an der Wirbelsäule durch muskulär-funktionelle Probleme oder degenerative Veränderungen hervorgerufen.
In unserer Praxis verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, um Ihnen nicht nur bei der Linderung von Symptomen zu helfen, sondern auch die Wurzel ihrer Rückenschmerzen zu identifizieren und gezielte Therapiepläne zu entwickeln.
Muskulär-Funktionelle Ursachen
Muskuläre Fehlspannungen sind eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Hervorgerufen werden sie durch Fehlbelastungen, einseitige Bewegungen, Stress und Bewegungsmangel.
In der Akutsituation kann hier durchaus eine medikamentöse Behandlung, in Form von Tabletten oder Infusionen verabreicht, sinnvoll sein um ungünstige Kreisläufe aus Schmerz, Verspannung und gestörten Bewegungsmustern zu durchbrechen. Zur Anwendung gelangen hier neben Schmerzmitteln auch stark muskellockernd wirksame Medikamente. Die Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen des Patienten, wie etwa Vorerkrankungen oder bestehenden Medikationen, jeweils unter der Zielsetzung ein möglichst günstiges Verhältnis von Wirkung und potentiellen Nebenwirkungen zu erreichen.
Kern der Therapie sollte in diesen Fällen ein gezieltes Bewegungsprogramm, ggf. unterstützt durch physiotherapeutische Maßnahmen sein.
Begleitend hierzu kann eine muskellockernde Elektrotherapie durchgeführt werden. Entweder als durch den Patienten selbst anzuwendende Transkutane Elektrische Neurostimulation (TENS) oder aber noch intensiver als Dynamische Tiefenwellentherapie.
Häufig liegen muskuläre Verspannungen in spezifischer Art und Weise vor, v.a. zu nennen sind hier die sogenannten Triggerpunkte. Diese knötchen- oder strangförmigen Verspannungen können auch ausstrahlende Beschwerden verursachen und bedürfen über die oben geschilderten allgemein muskellockernden Maßnahmen hinaus einer gezielten Behandlung. In Frage kommen hierfür in Abhängigkeit von den persönlichen Voraussetzungen des Patienten, sowie von den betroffenen Muskeln wahlweise eine Triggerpunktakupunktur, auch Dry-Needling genannt, oder eine fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT).
Nicht selten entstehen als Folgeerscheinung von muskulären Verspannungen ebenfalls schmerzhafte reversible Bewegungseinschränkungen von Gelenken, häufig auch als Blockaden bezeichnet. Ursache von Rückenschmerzen können hier neben Blockaden der Wirbelgelenke v.a. auch Blockaden der Kreuz-Darmbeinfuge (SIG) sein. Diese können durch chirotherapeutische Manöver (s. Chirotherapie), häufig fälschlicherweise als „Einrenken“ bezeichnet, gelöst und so eine Linderung der Beschwerden herbeigeführt werden.
Degenerative Veränderungen: Verschleiß der Wirbelsäule
Mit fortschreitendem Lebensalter gewinnen verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule an Bedeutung. Ausgangspunkt hierfür sind meist degenerative Prozesse an den Bandscheiben, die dadurch ihre dämpfende Funktion einbüßen. Dies wiederum führt zu einer zunehmenden Belastung der Wirbelgelenke, die dann ihrerseits degenerative Schäden erleiden.
Eine ursächliche Behandlung, also eine Therapie, die diese Entwicklung wieder rückgängig machen könnte existiert bisher leider nicht.
Der Fokus liegt hier daher auf zwei Aspekten:
Aspekt 1
Im ersten Schritt werden die muskulären Begleiterscheinungen behandelt, wie oben geschildert, bzw. die muskulären Kompensationsmöglichkeiten gestärkt. Begleitend kann durch die Verordnung orthopädischer Hilfsmittel wie z.B. Lumbalbandagen die Belastung der betroffenen Strukturen minimiert werden.
Aspekt 2
Der zweite Schritt zielt auf die Linderung verschleißbedingter Reizerscheinungen ab. Ähnlich wie bei der Arthrose peripherer Gelenke kommt hier als ausgesprochen schonende Methode zunächst eine Lasertherapie in Betracht.
Darüber hinaus kann eine systemische medikamentöse entzündungshemmende Therapie mittels der Gabe von Tabletten oder noch wirksamer durch Infusionen erfolgen.
Sollte hierdurch keine ausreichende Beschwerdelinderung erreicht werden besteht außerdem die Möglichkeit gezielter Injektionen v.a. an verschleißveränderte Wirbelgelenke (siehe interventionelle Rückenschmerztherapie).
Der komplizierte Rückenschmerz
Durch Verschiebungen des Bandscheibenmaterials sowie durch verschleißbedingte knöcherne Randanbauten der Wirbelgelenke bzw. eine Schwellung der Wirbelgelenkskapsel kann es zu Engstellen an Wirbelkanal (Spinalkanalstenose) und Nervenwurzellöchern (Neuroforamenstenose) kommen.
Hierdurch entsteht Druck auf Rückenmark und/oder Nervenwurzeln und ausstrahlende Schmerzen in die jeweils hiervon versorgten Körperregionen können verursacht werden.
Über die oben geschilderten Maßnahmen hinaus besteht hier im Rahmen einer Interventionellen Rückenschmerztherapie die Option gezielter Injektionen an betroffene Nervenwurzellöcher und/oder in den Wirbelkanal. Ziel der Behandlung ist durch die abschwellende Wirkung der gespritzten Medikamente den Druck auf Nervenwurzeln und Rückenmark zu reduzieren und außerdem deren Empfindlichkeit herabzusetzen. Hierdurch kann häufig eine deutliche Beschwerdelinderung, im günstigen Fall bis hin zur Schmerzfreiheit erreicht werden.
Wenn Sie sich über die Therapiemöglichkeiten näher informieren möchten, vereinbaren Sie doch einfach einen Termin in unserer Sprechstunde.
